Was ist Der-Berg.com?

Quelle des Artikelauszuges:

http://www.der-berg.com/

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“Der Berg – eine Plattform, welche gezielt jungen, talentierten Künstlern im deutschen Rapgenre eine Hilfestellung im Rahmen ihrer künstlerischen Tätigkeit bietet.”

Die Plattform “Der Berg” hat sich zum Ziel gesetzt, der in den Startlöchern stehenden Generation von Sprechgesangskünstlern unter die Arme zu greifen. Einerseits möchten wir ein facettenreiches Informationsangebot zur Verfügung stellen (siehe Infos für Artists), mit dessen Hilfe sich jeder Rapper und jede Crew erfolgsorientiert etablieren kann, andererseits möchten wir Künstler, die sich im Laufe der Zeit gewisse Fähigkeiten erarbeitet haben, organisatorisch sowie mit finanziellen Mitteln unterstützen und somit erste Projekte realisierbar machen (siehe Der Berg & Du).

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Der-Berg.com ist eine der bestrecherchierten Portale im Kontext der autodidaktischen Sprechgesangs-Lehre, welche die verschiedendsten Aspekte der Kunstausübung betrachtet, nützliche Praxis-Tipps gibt und die Möglichkeit der öffentlichen Diskussion und Fragestellung zur Thematik bietet.“ (Redaktion der rap&roll)

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Rap-Texte schreiben, flowen und die Frage „Was reimt sich auf… ?“ zu beantworten, lernst du auf DER-BERG.COM

Der Flow @Der-Berg.com

Quelle des Artikelauszuges:

http://www.der-berg.com/infos-fuer-artists/rappen-lernen/4/ – @Der-Berg.com

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„[…]Also, was ist der Flow? Wikipedia definiert ihn folgendermaßen: Der Flow “ist das Zusammenspiel von Stimme, Beat, Melodie, Betonung, Text und Aussprache des Rappers”. So richtig schön schwammig. Wenn ich nicht konkret wüsste, was damit gemeint ist, würde ich wohl mit dieser Definition nicht viel anfangen können. Nehmen wir diese also ein bisschen außeinander:

  • Da hätten wir auf der einen Seite die Stimme, mit der ihr über Betonung und Lautstärke die Stimmung des Instrumentals unterstreicht und akzentuiert.
  • Auf der anderen Seite steht der Text und die Art und Weise, auf welche ihr diesen über den Beat legt.

“Über den Beat legen”, was bedeutet das? Wie wir bereits im Kapitel “Inhalt” lernen konnten, bezeichnet das “Bar” eine Textzeile innerhalb eines Taktes. Für jede Flowtechnik (dazu später mehr), gibt es stets eine maximale Anzahl von Silben, die Ihr pro Takt in eine Zeile aufnehmen könnt – aus der sich ein “Bar” sozusagen zusammensetzt. Nehmt ihr die maximale Anzahl an Silben in den Takt auf, dann klingt euer Text flüssig – ihr flowt flüssig. Nehmt ihr weniger Silben auf, dann müsst ihr eine oder mehrere Pausen zwischen den Silben einbauen oder diese beim Sprechen in die Länge ziehen. Das kann soweit gehen, bis ihr eure Textzeile abgehackt rappen müsst – ihr flowt abgehackt. Veranschaulichen kann man das sehr gut anhand eines Vergleiches. Sucht euch mal einen Song von Frauenarzt und einen von Kool Savas – die Unterschiede sollten nicht überhörbar sein.

Um das allgemeines Prinzip noch besser verdeutlichen zu können, möchte ich eine kleine Grafik hinzuziehen:

Flow

Diese Grafik zeigt uns, wie eine Textzeile anhand der Struktur eines Instrumentals ausgerichtet werden kann. In der obersten Zeile dieser Grafik finden wir den Grundschlag. Dieser entspricht bei fast allen Rap-Instrumentals einer Viertelnote, welche viermal im Takt vorkommt – deshalb auch 4/4-Takt – und von einem beliebigen Schlaginstrument gespielt wird. Das müsst ihr euch allerdings nicht merken. Merken solltet ihr euch, dass man bei einem “einfachen” Flow, also ohne etwaige Geschwindigkeitsvariationen, einem Grundschlag maximal vier Silben zuweisen kann, von denen ihr stets eine Silbe zeitgleich mit dem Grundschlag sprecht – ihr rappt “on point“. Wie bereits erwähnt, besteht ein Takt wiederum aus vier Grundschlägen, was bedeutet, dass maximal 16 Silben pro Takt bzw. pro Bar eingebaut werden können. Wenn ihr wollt, könnt ihr euch natürlich auch ohne weiteres kürzer fassen, müsst dann aber, wie bereits erwähnt, mit Pausen arbeiten oder die Silben in die Länge ziehen. Wollt ihr jedoch mehr Silben in die Zeile packen, müsst ihr zu einer schnelleren Flowtechnik wechseln oder Geschwindigkeitsvariationen einbauen. Ob Ihr eine konstante Anzahl von Silben pro Takt verwendet oder diese variiert, wird übrigens ebenfalls mit dem Wort “Flow” zum Ausdruck gebracht.

Solltet ihr an dieser Stelle bereits die Hände über den Kopf schlagen und euch statt rappen zu können, wünschen, in Timbuktu eine Sandburg zu bauen, dann kann ich euch beruhigen. Denn letztendlich bedarf es nicht allzu langer Zeit, bis das Flowen in Fleisch und Blut übergeht – vor allem das einfache Flowen. In der Summe werdet ihr aber, mit Hilfe der gegebenen Informationen wesentlich weniger Zeit brauchen, dies zu erlernen, als ohne Hilfestellung. Seid ihr der Meinung, dass ihr das bereits sicher drauf habt, dann könnt ihr euch an die nächste Stufe bzw. die nächste Flowtechnik wagen: Double- & Halftime.

Doubletime bedeutet, in doppelter Geschwindigkeit auf dem Beat zu rappen. Wenn also ein normales Flowschema mit einer Kapazität von 16 Silben pro Takt daherkommt, kann ein Doubletimeschmema logischerweise maximal 32 Silben pro Takt fassen. Im Umkehrschluss lässt sich sagen, dass ihr bei der Verwendung von acht Silben pro Grundschlag einen perfekten Doubletime rappt – zumindest vom Timing her. Oftmals werden allerdings auch Passagen als Doubletime deklariert, welche auf einer 24 silbigen Struktur basieren und demnach mit sechs Silben pro Grundschlag auskommen. Wie ihr den Doubletime auch schreibt, auch dabei müsst ihr darauf achten, mindestens eine Silbe zeitgleich mit dem Grundschlag auszusprechen, damit ihr “on point” bzw. nicht off-beat seid.

Zum Zwecke der sauberen Aussprache ist es gut zu wissen, dass Buchstabenkombinationen und Konsonantenfolgen existieren, die quasi prädestiniert für die Verwendung in einem Doubletime-Flow sind. Einen guten Beitrag darüber habe ich im rappers.in – Forum gefunden. Beispiele aus diesem sind:

  • L M N L – “Alle meine Leute”
  • M D B M – “Minderbemittelt”
  • M M T W – “Millimeterweise”
  • jegliche D G – und K T – Kombinationen.

Wollt jedoch ihr kein Doubletime, sondern Halftime rappen, dann macht ihr genau das Gegenteil und rappt auf halber Geschwindigkeit, zum Beispiel in ruhigen Tracks. Allerdings müsst ihr bei der Anwendung eines Halftime-Flows darauf achten, dass es dem Hörer akustisch nicht zu langweilig wird.

Was ihr ebenfalls machen könnt, ist, die Doubletime- und Halftime-Techniken mit dem normalen Flowschema zu kombinieren, um, die bereits angesprochenen, Geschwindigkeitsvariationen zu erzielen. Den akustischen Unterhaltungswert könnt ihr dadurch maximieren, lauft aber auch Gefahr, euch zu verhaspeln und unsauber bzw. off-beat zu flowen. Deshalb solltet ihr derartige Spielereien erst durchführen, wenn ihr alle Techniken sicher beherrscht.

Betrachtet man jetzt rückwirkend diesen Artikel, dann fällt auf, dass der “Style” eines Rappers, mit seinem Flow gleichgesetzt wird. So leitet auch der englische Wikipedia-Artikel “Rapping” mit den Worten: “There are many different styles of flow”, das Kapitel “Style” ein.

Praxistipp 4: Lernen zu flowen.

Genug Theroie – rein in die Praxis. Wir suchen uns einen Track, der uns gefällt, sowie den zugehörigen Text und das entsprechende Instrumental. Zum Einstieg würde sich bspw. ein Blumentopf-Song eignen, da deren Texte recht einfach aber solide geflowet sind. Ok? Ok. Zunächst lasst ihr den Track laufen und rappt den Text mit. Beim zweiten und dritten Mal mitrappen, ersetzt ihr dann jede Silbe im Text mit einem einfachen “DA”. Besteht die Textzeile aus 16 Silben, dann rappt ihr sechzehnmal “DA” an den Stellen, an denen sich die Silben von Blumentopf befinden. Anschließend schnappt ihr euch das Instrumental und versucht, die “DA”s in etwa so wie auf dem Original zu rappen. Klappt das, dann fangt ihr an, aus den “DA”s Silben und Wörter zu bilden und füllt so nach und nach eure Zeilen.

Ein alternatives Vorgehen wäre, den Text von Blumentopf zunächst in Silben zu splitten und direkt darunter, eure eigenen zu schreiben. Hinsichtlich der Silbenanzahl pro Bar orientiert ihr euch dann exakt am Original. Auf lange Sicht solltet ihr zwar bestrebt sein, euren eigenen Flow zu kreieren, da ihr ja nicht einer unter 1.000 sein wollt, um aber erst einmal ein Gefühl für den Takt zu bekommen, ist dies eine sehr gute und vor allem unkomplizierte Variante, mit der euch natürlich auch die Doubletime- und eine ansprechende Halftime-Technik aneignen könnt.“

Was reimt sich auf…? @Der-Berg.com

Quelle des Artikelauszuges:

http://www.der-berg.com/infos-fuer-artists/rappen-lernen/3/ – @Der-Berg.com

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„[…]Der wichtigste Reimtyp beim Rappen ist die sog. Assonanz. Diese Art und Weise des Reimens ist gekennzeichnet, durch die Synchronität bzw. der akustischen Übereinstimmung von Vokalen in den Reimwörtern. Ein Beispiel:

Tasche / Pflanze.

Sicher denken jetzt einige: “Moment, klingt ja absolut beschi****”. Richtig. Tut es auch. Der Grund dafür ist, dass wir lediglich zwei Vokale im Reim enthalten haben. Auf lange Sicht sind wir allerdings bestrebt, drei bis fünf Vokale in den Reim zu integrieren. Erstaunlicherweise klingt die Assonanz ansprechender, wenn mehr Vokale in diese integriert werden. Wir ergänzen also:

Reise-tasche / Seiden-pflanze.

Klingt besser und wäre in dieser Form auch ein guter Reim. Da es aber nicht immer leicht ist, einen Reim zu finden, welcher ein gewisses Niveau aufweist und auch inhaltlich in den Text passt bzw. nicht zweckgereimt ist, nutzen viele, auch etablierte Rapper bevorzugt die “unreine Assonanz”. Bei dieser Art zu reimen, werden Vokale, bevorzugt in der Wortmitte, außen vor gelassen. Wieder ein Beispiel:

Zahnorthopäde / Marktforschungsthese.

Allerdings sollte man es mit der Verwendung von sich nicht reimenden Vokalen in Maßen halten, da sich dies sonst negativ auf das Klangbild des Reimes auswirkt. Als Faustregel könnt ihr euch merken: Maximal 1/3 der Vokale im Reim dürfen unsauber sein. Haltet ihr euch daran, erreicht ihr akustisch ein annäherndes Klangbild, wie bei einer sauberen Assonanz, der Reimpool allerdings vergrößert sich immens. Tipp: Sind aufeinander gereimte Vokale unsauber, klingen aber ähnlich, wie “i” und “e” zum Beispiel, steigert dies nochmals das Klangbild des Reimes.

Praxistipp 3: Einen passenden, anspruchsvollen Reim finden.

An sich gibt es dafür kein Patentrezept. Jeder Künstler macht das nach gewisser Zeit auf seine eigene Art und Weise. Eine gute Methode für Anfänger möchten wir euch jedoch nicht vorenthalten.

Wie bereits im Abschnitt “Inhalt” gelernt, haben wir uns zunächst Gedanken über die Text-Thematik gemacht. Wir möchten noch immer ein Sommerlied verfassen, und haben schließlich die erste Zeile formuliert:

Ladys & Gentleman, herzlich willkomm’,

Steht das Thema  und die erste Zeile, muss anschließend der Reim abgegrenzt werden. Ich persönlich bin immer bestrebt, mindestens vier Vokale in den Reim aufzunehmen. “Herzlich willkomm’” beinhaltet vier Vokale – nehmen wir. Wir fragen uns also: Was reimt sich auf “herzlich willkomm’”? Um dies zu beantworten, definiere ich als nächstes die Wortart, in der ich meinen Reim suche. Wie bereits erwähnt, machen (zusammengesetzte) Substantive den besten Eindruck, weshalb ich ein solches präferiere. Sollte ich kein Substantiv finden, das sich inhaltlich integrieren lässt, muss ich meine Ausgangszeile umformulieren oder auf eine Wortgruppe ausweichen.

Gut – die Grundvoraussetzungen sind gelegt, jetzt beginne ich mit dem Reimen. Dafür trenne ich den Reim zunächst in zwei Teile – “herzlich” und “willkomm’”. Nun überlege ich mir, was sich alles auf “herzlich” reimt, indem ich das Wort immer wieder ein bisschen vernuschelt vor mir her sage und nach Lust und Laune ein paar Buchstaben vertausche, weglasse oder hinzufüge. Dabei lasse ich mich auch gern von meiner Tastatur inspirieren. Die Resultate dieser Prozedur notiere ich mir währenddessen:

Herzlich /// Schwertfisch, wertig, sterblich, serbisch, Lehrstück, Meerblick, Werktisch usw.

Jetzt schaue ich, welche Reime inhaltlich in mein Sommerlied passen und selektiere “Schwertfisch” und “Meerblick”. Nun wiederhole ich das Ganze für den zweiten Teil des Reimes:

Willkomm’ /// Liaison, Vietkong, Binom, Peepshow, Friedhof, Kino, Tierhof, Gido, Skiort usw.

Belassen wir es zunächst bei den gefunden Reimen. Jetzt versuchen wir zu kombinieren – leichter gesagt als getan. Offensichtlich lässt sich lediglich der “Schwertfisch-Friedhof” einigermaßen sinnvoll zusammensetzen. Ein Schwertfischfriedhof wird allerdings nur selten mit sommerlicher Atmosphäre assoziiert, was den Reim gewissermaßen untauglich macht.

Wir haben aber noch ein Ass im Ärmel – die unsaubere Assonanz, welche unseren Reimpool erweitert. Wir erinnern uns, dass maximal 1/3 der Vokale unsauber gereimt werden dürfen. Unser “herzlich willkomm’” besteht aus vier Vokalen, was bedeutet, dass wir uns über 4 x 1/3 = 1,3 Vokale keine Gedanken machen brauchen. Moment – 1,3 Vokale? Gibt es selbstverständlich nicht. Da dies aber die Grenze ist, die wir nicht überschreiten dürfen, runden wir auf einen Vokal ab. Da sich “Schwertfisch” und “Meerblick” sauber auf “herzlich” reimen, haben wir also einen “Vokal-Freischuss” im zweiten Teil des Reimes. Wir reimen erneut:

Willkomm’ /// Enton, Balkon, Kamp One, Methorn, Techno, Plankton, Kurort, Zahngold usw.

In der Regel macht ihr das dann so lange, bis ihr denkt, etwas passendes gefunden zu haben. Ich kombiniere jetzt wieder und mir fällt auf, dass der Meerblick-Balkon ein sinnvolles Wort ergibt und sich auch gut in meinen Kontext integrieren lässt. Nun weiß ich also, dass ich meine zweite Zeile mit “Meerblickbalkon” beenden möchte und formuliere jetzt lediglich noch ein paar Worte davor:

“Ladys & Gentleman, herzlich willkomm’,
in eurem schönen Urlaubszimmer, mit Meerblickbalkon”.

Schon haben wir die ersten Zeilen verfasst. War nicht schwer, oder? Der Vorteil an dieser Art und Weise der Reimfindung ist, dass ihr unmittelbar Futter für eine Kettenreimstruktur sammelt, welche sehr gut von den Hörern aufgenommen wird.

Üben könnt ihr das Reimen eigtl. in jedem Rap-Forum. Meist existieren da Threads mit dem Titel – “2 Reime / 4 Zeilen” – oder ähnliche. Dort bekommt ihr vom letzten Post zwei Worte vorgegeben, auf die ihr dann vier Zeilen schreibt und ebenfalls wieder zwei Worte vorgebt. Macht Spaß und erhöht schnell eure Reimskills. Zur Motivation: Desto öfter ihr übt, desto schneller fallen euch entsprechende Reime ein.“

Einen Rap-Text schreiben @Der-Berg.com

Quelle des Artikelauszuges:

http://www.der-berg.com/infos-fuer-artists/rappen-lernen/2/ – @Der-Berg.com

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„Die wichtigste Eigenschaft eines Rap-Textes ist, dass er den Hörer unterhält bzw. bei ihm Emotionen weckt. Erreichen kann man das mit einer guten Reimstruktur und anspruchsvollen Reimen, innovativen und kurzweiligen Themen, einem abwechslungsreichen Flow, Metaphern, Verständlichkeit sowie mit Style und sog. rhetorischen Stilmitteln wie Punchlines.

Um zu wissen, welche Emotionen man mit seinem Text ansprechen möchte, müssen wir uns erst einmal die Frage stellen, über welche Emotionen das menschliche Wesen so verfügt. Da wir allerdings unsere knappen Denkressourcen noch für die nachfolgenen Themen benötigen, ziehen wir vereinfachend Wikipedia zurate. Dort erfahren wir, dass der Mensch kulturübergreifend über sieben Basisemotionen verfügt: Fröhlichkeit, Wut, Ekel, Furcht, Verachtung, Traurigkeit & Überraschung.

[…]

Von fundamentaler Bedeutung beim Schreiben ist Zeit. Nehmt euch soviel davon, wie ihr braucht, um einen Track zum Ohrwurm zu machen. Ich persönlich sitze in der Regel zwischen 3 h und 30 h an einem Song – je nachdem in welchem Zeitraum es mir gelingt, mein Ziel zu erreichen. Daraus ableiten können wir, dass ihr kein Releasedate setzen solltet, insofern sich eure Platte noch in Arbeit befindet. Da kommt definitiv nix gescheites bei raus. Ebenso wenn ihr zwanghaft versucht, den Track in einem Zug zu schreiben. Fällt euch kein Reim mehr ein, obwohl ihr schon eine oder mehrere Stunden darüber nachdenkt, macht eine Pause. Idealerweise schlaft ihr eine Nacht darüber und versucht euer Glück am nächsten Morgen. Lasst euch bloß nicht hetzen.

Praxistipp 1: Den Text mit Inhalten füllen.

Wir besitzen nun Kenntnis über den Aufbau und über die wichtigste Eigenschaft, die ein Rap-Text erfüllen muss. Doch wie geht man nun konkret beim Schreiben vor?

Zunächst überlegt ihr euch, was für einen Track ihr schreiben möchtet – welche Thematik es zu beackern gilt. Dafür könnt ihr euch vieler Inspirationsquellen bedienen: Film & Fernsehen, Bücher, andere Songs und natürlich der vielseitigsten Quelle – euerem Leben. Selbstverständlich könnt ihr auch auf ein Thema verzichten und einfach mal so ein bisschen was schreiben. Einen Representer, in dem ihr erzählt, wie cool ihr seid bspw. oder ein fiktives Battle.

Habt ihr euch auf eine Richtung festgelegt, dann könnt ihr euch Gedanken über wichtige Elemente machen, mit denen ihr den Text füllen möchtet. Ich demonstriere das mal am Thema “Sommer”. Welche Dinge sind also charakteristisch für diese Jahreszeit:

Grillen und Bier trinken, knapp bekleideten Mädels am See nach gucken, lange und warme Nächte, in der Sonne liegen und chillen, Grillen und Bier trinken, baden gehen, Sangria-Eimer, Urlaub & Ferien…  ach so, und Grillen und Bier trinken natürlich.

Ok, nun habt ihr folgende Optionen: Ihr schreibt ein allgemeines Sommerlied, in welches ihr versucht, all die genannten Inhalte einzuflechten oder ihr pickt euch einen Inhalt heraus und schreibt gezielt darüber den Text. Letzteres ist in diesem Fall vorzuziehen, da schon gefühlte 3.000.000.000 Künstler vor euch auf die Idee gekommen sind, das Thema “Sommer” abzugrasen. Aus dieser Situation heraus greifen wir ganz unwillkürlich das Textelement “Grillen und Bier trinken” auf und spezifizieren unser Sommerlied in diese Richtung. Nun überlegt ihr euch erneut charakteristische Lines und Textelemente, die ihr inhaltlich einflechten könnt. Die übrigen Textzeilen entstehen dann spontan bzw. situationsbedingt während des Schreibens, zur Brückenbildung zwischen den einzuflechtenden Lines, im Zuge einer Reimfindung oder um einen Sachverhalt genauer zu erläutern.

Achtet stets darauf, dass ihr Situationen vorstellbar, nachvollziehbar und detailliert darstellt, damit sich der Hörer in diese hineinversetzen kann.

Praxistipp 2: Punchlines formulieren.

Ein ausgezeichnetes Instrument, um den Hörern zu unterhalten, ist das rhetorische Stilmittel. Eine Punchline gehört ebenfalls zu dieser Rubrik, da sie an sich nichts anderes ist als eine Pointe und dem Duden nach somit: Ein “(geistreicher) überraschender (Schluss)effekt in einem Ablauf”. Die einschlägige Literatur definiert die Pointe weiterführend als inhaltlichen Schlüssel, welcher den Zusammenhang von eigentlich zueinander in Kontrast stehenden Textteilen offenbart. Klingt kompliziert – werdet ihr aber nachfolgend verstehen.

In den meisten Fällen wird der genannte Kontrast mit Hilfe sog. “Homonyme” erzielt. Dies sind Worte mit unterschiedlicher Bedeutung, welche aber identisch ausgesprochen werden, wie z. B. Bank (Kreditinstitut)/ Bank (Sitzmöglichkeit) oder Ferse (Teil des Fußes)/ Verse (Bausteine der Poesie). Kombiniert man ein Homonym nun mit einem Vergleich (muss man aber nicht), erhält man eine handelsübliche Punchline, wie sie im Rap häufig Verwendung findet. Bsp:

Rauchen ist krebserregend, wie ein sexy Hummerweibchen.

Doch wie kommt man auf so etwas? In diesem Fall nahm ich mir zunächst vor, das Rauchen infragezustellen. Da ja keine schlimmeren Drogen existieren als Zigaretten, ist das natürlich von uuuunglaublicher Bedeutung für mich, weshalb ich der Thematik durch deren Darstellung in Punchlineform etwas Nachdruck verleihen möchte. Ich rief also tief in mein Inneres und fragte, welche drastischen Risiken vom Zigarettenkonsum denn so ausgehen. Lauthals schallten diverse Dinge zurück, die ich notierte und nach Mehrdeutigkeit hinterfragte. “Krebserregend” – ist in den gesundheitlichen Kontext einzuordnen, könnte aber auch mit der Sexualität von Krustentieren in Verbindung gebracht werden, dachte ich mir und formulierte entsprechend. Da die Vorstellung eines sexy Hummerweibchens auch einen gewissen Unterhaltungswert aufweist, erfüllt die Punchline ihren Zweck und bleibt im Kopf.“